Segeln

Ansprechpartner: Walter Dürholtz

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Nun ja, unsere Segelfreizeit im Mai ist Corona zum Opfer gefallen.

Aber im September!

Sieben Jollen lagen in den Boxen vor unserem Waterhostel „Oer`t Hout“ in Grou. Und was für Boote: alle ausgestattet mit nagelneuen Segeln in strahlendem Weiß. Erstmals gab’s gepolsterte Sitzbänke; und auf jeder Jolle war eine Minibar zum Kühlen der Getränke. Was für ein Luxus!

Direkt am Samstag Morgen ging es auf die Boote. Was hatten wir ein Glück mit dem Wetter. Sonne pur, am strahlend blauen Himmel vereinzelt Wolkentupfer, die der konstante Wind von 4 Beaufort vor sich herschob. Ein Traum zum Segeln.

Pünktlich um 10.00 Uhr hatten wir den Kirchturm von Sint Pieter querab, so dass die Sherryflasche geöffnet werden durfte. Den ersten Schluck erhielt wie immer Rasmus, das alte Rübenschwein, mit der Bitte um Wind und Sonnenschein. Dann ging es endlich raus aus der schmalen Zufahrt ins Pikmeer hinein. Hoch am Wind, das Großsegel knallhart dicht geholt, querten wir im Konvoi den PM-Kanal. Die Regattainsel ließen wir links liegen und konnten gerade eben noch die Einfahrt zur engen Tynje vom Kurs her anliegen lassen. Der tolle Wind ließ die Jollen beinahe durchs Wasser gleiten und im Nu lag die Tynje direkt vor uns. Jetzt wurde es interessant, wer hier einen Kreuzschlag machen musste und wer nicht. Die Mannschaft wurde kurzfristig nach Lee beordert und so getrimmt kratzen die Jollen zwar am Ufer längs, aber alle kamen ohne Schlag durch. Was für ein Segeln! Nach der Ausfahrt ging es backbords um die Ecke ins Wide Ee. Hier durfte es sich die Mannschaft wieder bequem machen. Mit gefierten Segeln ging es raumschots vorbei an der Schleuse in der Einfahrt zur Modderigen Bol hinauf zur Graft. Die Fahrradfähre in deren Einfahrt sah uns kommen und ließ uns passieren. Das war auch noch nicht vorgekommen. Muss wohl am tollen Wetter gelegen haben, dass auch der Fährmann so gute Laune hatte. Die manchmal gewanderten Untiefen im Kanal waren wohl immer noch an den uns bekannten Stellen, so dass wir keine Grundberührung hatten.

Weiter ging es die Graft durch bis zum Folkertssleat. Plötzlich drehte der Wind und in dem lang gezogenen Kanal hatten wir ihn genau auf der Nase. Jetzt war es mit der Kaffeesegelei vorbei. Jetzt gab es Action pur. Kreuzschlag auf Kreuzschlag folgte. „Klar zur Wende? – Ree! – Segel über!“ Und jedes mal rutschte die Mannschaft von einer Bootsseite zur anderen und zog die Köpfe ein, wenn die Segel umschwenkten und auf der neuen Seite wieder dicht geholt wurden. Segeln vom Feinsten! Arbeit und Konzentration, aber schön. So könnte es weiter gehen. Doch schon bald erreichten wir das Sandmeer. An der dort liegenden Insel wollten wir festmachen und die mitgenommenen Würstchen zu grillen.

Das Anlegemanöver klappte bei allen. Und alle Boote konnten sogar am Steg festmachen, was auch nicht immer selbstverständlich ist. Wie oft muss man im Päckchen liegen, weil nur zwei oder drei Stegplätze frei sind. Schnell war der Grill aufgebaut, die Gasflamme angezündet und die Würstchen platziert. Die Brötchen wurden aufgeschnitten und Senf und Ketchup bereit gestellt. Die erste Serie Würstchen – sie waren herrlich knusprig braun und noch keins von ihnen war ins Gras gefallen – verbreitete einen verführerischen Duft. Das Wasser lief allen im Mund zusammen. Jeder freute sich auf den ersten Biss.

Rrrrring! Rrrrring!

Verflixt noch mal, wer hat denn hier einen Wecker in der Tasche? He, das ist ja meiner. Und warum ist es auf einmal so dunkel?

Ach, alles nur geträumt. Aber es hätte ja wirklich so schön werden können. Sch…Corona!

Walter